Die Vermessung des Endanwenders – Psychologische Nutzerfaktoren in der agilen Entwicklung

Die Einbeziehung der Perspektive des Endanwenders in den agilen Entwicklungsprozess stellt häufig eine Herausforderung dar. Da häufig keine dedizierten User Research Aktivitäten vorgesehen sind, verengt sich die „Nutzerperspektive“ auf rein demographische Informationen zu Nutzern und auf die durch das Projektteam vermuteten Nutzerbedürfnisse. Der Vortrag beschreibt, durch welche Maßnahmen die Nutzerperspektive im agilen Prozess über derartige Beschränkungen hinaus erweitert werden kann, um die Qualität der Software zu verbessern. Dies betrifft insbesondere die effiziente Erhebung von „psychologischen“ Faktoren, die unmittelbar Einfluss auf die Art und Weise der Lösungsgestaltung haben sollten, wie etwa im mobilen Umfeld die Sicherheit im Umgang mit Apps oder das Vertrauen in die Technik.

Nutzen für den Teilnehmer:
Softwareprozess- und Qualitätsverantwortliche werden durch den Vortrag dafür sensibilisiert, dass es zur Schaffung benutzerfreundlicher Lösungen erforderlich ist, die Anwenderperspektive auf eine angemessene Art zu berücksichtigen und dass diese Berücksichtigung über diejenigen Betrachtungen hinausgeht, die oft in agilen Entwicklungsprozessen praktiziert werden. Durch diese Erweiterung der Sicht und die Umsetzung entsprechender Maßnahmen im agilen Prozess kann eine entscheidende Qualitätsverbesserung und hierdurch wiederum ein Wettbewerbsvorteil erzielt werden.
Usability-Verantwortliche in Unternehmen erhalten durch den Vortrag konkrete Hinweise, wie es möglich wird, effizient relevante Nutzerfaktoren zu erheben, die über diejenigen hinausgehen, die oft den rudimentären Standard in der agilen Entwicklung darstellen.

Behandelte Problemstellungen:
Selbst in agilen Entwicklungsprozessen, die für sich in Anspruch nehmen, die Nutzerperspektive zu berücksichtigen, beschränken sich die Informationen über Anwender, die in den Prozess einfließen, häufig auf demographische Daten, die beispielsweise aus Marketing oder Vertrieb geliefert werden, bzw. auf solche Daten, die einfach zu „messen“ sind wie etwa das Geschlecht, Alter oder die Dauer von bestehenden Kundenbeziehungen. Zur Gestaltung nutzerfreundlicher Lösungen ist jedoch weitaus detailliertes Wissen über die Anwender erforderlich, unter anderem hinsichtlich „psychologischer“ Faktoren wie etwa der Aufgeschlossenheit gegenüber Technologien oder die subjektiv gefühlte Sicherheit im Umgang damit. Die entsprechenden Informationen sind zum Teil nicht so einfach oder aber auf anderen Wegen zu erhalten, als dies bei den zuvor genannten Beispielen der Fall ist.

Auch wenn in einem agilen Projektteam die Notwendigkeit erkannt wird, über „klassische“ und einfach zu erhebende Informationen über Endanwender hinaus weiteres Wissen zu gewinnen, um nutzerfreundliche Lösungen zu schaffen, kann immer noch das Hindernis bestehen, dass das Projektteam keine Mittel und Wege kennt, die erforderlichen Informationen auf eine Art und Weise zu beschaffen, die mit den Rahmenbedingungen eines agilen Entwicklungsprozesses kompatibel ist. Die Berücksichtigung relevanter Informationen über Endanwender scheitert dann nicht an der fehlenden Einsicht hinsichtlich der Relevanz, sondern an fehlendem Wissen und Werkzeugen über die effiziente Erhebung.

Vorgetragen von: Markus Weber, Daniel Ried
Unternehmen: Centigrade GmbH

Vortragssprache: Deutsch
Level: Fortgeschrittene
Zielgruppe: Softwareprozess- und Qualitätsverantwortliche, Usability-Verantwortliche

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